Hamed Abdel-Samad – Vis-à-vis

Hamed Abdel-Samad, Jahrgang 1972, ist deutsch-ägyptischer Politologe und Autor. Er ist Sohn eines Imams und war kurzzeitig Mitglied der Muslimbruderschaft. Heute zählt er zu den besten Kennern und profundesten Kritikern des Islam. Nach der Veröffentlichung seines autobiografischen Buches “Mein Abschied vom Himmel” 2010 wurde gegen Abdel-Samad in Ägypten die Fatwa ausgesprochen; nach einem Vortrag in Kairo im Juni 2013 wurden die Todesdrohungen bestärkt. Hamed Abdel-Samads Schriften richten sich gegen verkrustete Traditionen und bedingungslose Religiosität. Sie stehen im Zeichen der Aufklärung, die – so Abdel-Samad – für den Islam immer noch aussteht. So prognostiziert er den “Untergang der islamischen Welt” (2011), weil der Islam auf die Entwicklungen der Moderne keine befriedigenden Antworten gebe und es bislang nicht gelungen sei, ihn von innen heraus zu reformieren und zu säkularisieren. Der Islam sei wie eine Droge. “Wie Alkohol. Wenig davon kann sehr heilend und inspirierend wirken, aber wenn der Gläubige in jeder Lebenssituation zur Flasche der dogmatischen Lehre greift, wird es gefährlich.” Den Sturz von Mohammed Mursi durch das Militär hat Hamed Abdel-Samad als “alternativlos” begrüßt. In den anschließenden gewaltsamen Protesten seiner Anhänger sah er den Rückfall der Islamisten in die Sprache, die sie am besten verstehen, die Sprache der Gewalt. “Die letzte Schlacht der Fanatiker hat begonnen, und sie werden verlieren.”
In “Vis-à-vis” ist Hamed Abdel-Samad zu Gast bei Moderator Frank A. Meyer.

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